Grabmal-TED: Sieger-Grabmal verbindet Friedhof und Internet

"Das Ende des Lebens ist der Beginn der Unendlichkeit": Von Andreas Rosenkranz aus Köln gestaltete TED-Siegerarbeit mit integriertem QR-Code
Mit seiner Arbeit "Himmel und Erde" erreichte der Neukirchener Steinmetz Holtger Ritter Platz 2
3. Platz: "Neuen Ufern entgegen", Arbeit von Henner Gräf aus Sprockhövel
Erhält einen Sonderpreis: "ÖKOgrabmal 'Adam und Eva'" von Bernd Foerster

Der Grabmal-TED ist entschieden. Sechs Monate lang haben Internet-Nutzer per Online-Voting die beliebtesten Grabmale ermittelt. Gewonnen hat eine Arbeit mit integriertem QR-Code aus einer Kölner Steinmetzwerkstatt.

Grabmale sind heutzutage in verschiedensten Variationen erhältlich. Ob poliert oder mit rauen Oberflächen, mit klassischer oder moderner Formgebung, aus importierten oder heimischen Natursteinen, industriell gefertigt oder handwerklich gestaltet - die Verbraucher können aus einer Vielzahl von Angeboten wählen. Was letztendlich auf den Friedhof kommt, entscheidet die Bevölkerung. Durch ihre Kaufentscheidungen beeinflusst sie das Erscheinungsbild der Gottesacker und setzt Trends. Analog zur Friedhofskultur ist der Geschmack der Verbraucher ständig im Wandel. Welche Art von Grabmalen gerade "en vogue" sind, versuchen die Verbraucherinitiative Aeternitas und Naturstein regelmäßig mit dem Grabmal-TED zu ermitteln, der in diesem Jahr bereits zum siebten Mal veranstaltet wurde. Steinmetzen haben für die Aktion wieder mehr als 100 Grabmale eingesandt, von denen die Juroren Waldemar Beck, Michael Gärtner und Siegfried Kienle im Vorfeld 30 für die Abstimmung auswählten. Die Fachleute bescheinigten den eingereichten Beiträgen eine deutlich höhere Qualität als beim letzten TED.  

Die Sieger
Die Abstimmungsteilnehmer zeigten sich recht offen für neue Ansätze: Mehr als 27 % stimmten für ein Grabmal mit eingebettetem QR-Code. Die Arbeit mit dem Titel "Das Ende des Lebens ist der Beginn der Unendlichkeit" stammt aus der Werkstatt des Kölner Steinmetz- und Bildhauermeisters Andreas Rosenkranz. Die Stele (35 x 15 x 150 cm) mit leicht gespannter Ansichtsfläche und halbrund gearbeiteter Kopfseite besteht aus schwarzem Granit. Die Oberfläche ist allseits handwerklich bearbeitet (geriffelt - Kanten geschliffen). Der Preis liegt zwischen 2000 und 3000 €. Als gestalterisches Element ist in das "Grabmal 2.0" ein Kreuzsymbol mit integriertem QR-Code eingearbeitet. Die Pixelgrafik kann mit Hilfe von Smartphones bzw. Tablets ausgelesen werden und auf individuell gestaltete Trauerwebseiten oder andere im Internet hinterlegte Inhalte verlinken.

Andreas Rosenkranz hat übrigens das erste und einzige Grabmal mit QR-Code hergestellt, das bisher in Deutschland versetzt wurde. Der Grabstein steht seit Kurzem auf einem privaten Friedhof in Bergisch-Gladbach. In den Medien wurde darüber ausführlich berichtet.

"Silber" geht in diesem Jahr an Holger Ritter aus Neukirchen. Sein Beitrag "Himmel und Erde" erreichte 12,5 % der abgegebenen Stimmen. Das handwerklich gestaltete einstellige Gemeinschaftsgrabmal aus Belgisch Granit (geschliffen und gesägt) liegt preislich zwischen 2000 und 3000 €.
Mit 12 % knapp dahinter sicherte sich Henner Gräf aus Sprockhövel den dritten Platz. Der TED-Sieger des Jahres 2008 beteiligte sich mit einem Boot aus Marmor (30 x 112 x 25 cm, Titel: "Neuen Ufern entgegen ..."), um das mehrere, teils geschliffene Diabas-Findlinge angeordnet sind (Preis: über 4000 €). "Das Boot steht in vielen Kulturen als Sinnbild für den Übergang. Die Findlinge symbolisieren die Wünsche, die man dem verstorbenen Menschen mit auf die Reise geben möchte", heißt es in der Beschreibung der Arbeit.

Sonderpreis
Um den Verbrauchern zu zeigen, dass gute Grabmale nicht zwangsläufig sehr viel Geld kosten müssen, wurde in diesem Jahr erstmals ein Sonderpreis für Arbeiten vergeben, die preislich im Bereich bis 2000 € liegen. Über die in dieser Kategorie eingereichten Steine, von denen zehn in der Endrunde vertreten waren, konnten die Internetnutzer nicht nur unter Grabmal-ted.de, sondern auch auf der von der Verbraucherinitiative Aeternitas betriebenen Webseite www.grabmal-portal.de abstimmen. Hier schnitt der Beitrag "ÖKOgrabmal 'Adam und Eva'" (55 x 21 x 125 cm) von Bernd Foerster aus Homberg/Efze am besten ab. Das Grabmal aus Basaltlava (vorn seilgesägt, sonst allseitig diamant-geschurt) zeichnet sich laut seiner Beschreibung u.a. durch "schlanke Proportionen und die Ausrichtung nach dem 'Goldenen Schnitt'" aus. In der TED-Gesamtwertung landete der Beitrag mit 11,8 % der Stimmen ganz knapp hinter dem Drittplatzierten auf Rang 4.

Siegerehrung und nächste Runde
Die TED-Gewinner werden Anfang Oktober im Rahmen einer offiziellen Siegerehrung ausgezeichnet. Die nächste Abstimmungsrunde ist bereits in Planung und startet voraussichtlich im März 2013.

(6.9.2012)