Seminar für Friedhofsträger

Rundgang über den Chemnitzer St.-Andreas-Friedhof
Die Seminarteilnehmer bei einem Rundgang...
Der Chemnitzer St.-Andreas-Friedhof
... über den Chemnitzer St.-Andreas-Friedhof (Fotos: Steffen Möbius)

Am 16. Mai fand in Chemnitz das erste Seminar für Friedhofsträger in Sachsen statt, das das Büro für Freiraumplanung Steffen Möbius aus Erfurt organisierte. Das Büro setzt sich in zweiter Generation v.a. im thüringischen Raum für die Erhaltung und Gestaltung von Friedhöfen ein.

Wanderausstellung "Memento"
Grund für die Standortwahl war u.a. die Wanderausstellung "Memento", die derzeit auf dem Chemnitzer St.-Andreas-Friedhof im Stadtteil Gablenz zu sehen ist. Sie entstand unter der Verantwortung des Gestaltungskreises Ost und zeigt anhand mehrerer Mustergrabstätten gute Beispiele für Grabmal- und Grabstättengestaltung.

Ziele, Erfolge und Schwierigkeiten
Hans-Jürgen Feldmann, Verwalter des St.-Andreas-Friedhofs eröffnete das Seminar. Er engagiert sich seit Jahren für den Erhalt der Friedhofs- und Bestattungskultur und stellte zunächst "seinen" Friedhof vor. Dabei sprach er über Ziele, Erfolge und Schwierigkeiten in Bezug auf den Unterhalt sowie die Bewirtschaftung und Gestaltung der etwa 3 ha großen Anlage.

Nicht ohne fachlich fundierte Konzeptionen
Anhand von Planungsbeispielen aus der Praxis machte Landschaftsarchitekt Steffen Möbius anschließend deutlich, dass eine langfristig solide ­Friedhofsent­wicklung nicht ohne fachlich fundierte Konzeptionen möglich ist. Die ansprechende Gestaltung eines Friedhofs als Ort des Gedenkens, aber auch der Erholung und Kommunikation, sei Grundlage für dessen Akzeptanz in der Bevölkerung und damit Voraussetzung für eine effektive, kostendeckende Bewirtschaftung.
"Doch die Konzeption kann noch so gut sein, wenn das fachlich versierte Personal vor Ort fehlt oder die Umsetzung fehlerhaft erfolgt", betonte Möbius und hob hervor, wie wichtig in diesem Zusammenhang Aus- und Weiterbildungsangebot seien.

Bedürfnisse erkennen
Jens Atmanspacher, Friedhofspfleger der Ev.- Luth. Landeskirche Sachsens im Regionalkirchenamtsbereich Chemnitz, fuhr mit einem Erfahrungsbericht fort und kam aufgrund mehrerer Beispiele zu dem Schluss: "Es ist nicht zwingend notwendig, dass Nachfrage vorhanden ist. Gerade im Friedhofsbereich kann man mit bestimmten Angeboten auch erst die Nachfrage generieren." Wie man die Bedürfnisse der Bürger erkennt und richtig da­rauf reagiert, demonstrierte er anhand zahlreicher Bilder und Beispiele aus der Praxis.

Grundsätze für eine gute Grabmalgestaltung
Die Steinmetze Franziska Forbrig und Lutz Starke (s. Naturstein 12/2010, ab S. 44) stellten Grundsätze für eine gute Grabmal- und Grabstättengestaltung vor. "Hierbei ist gute Beratung unerlässlich, die bereits bei der Grabvergabe auf dem Friedhof beginnen sollte", betonte Forbrig.

Im Anschluss hatten die Seminarteilnehmer die Möglichkeit, die gehörten Themen zu diskutieren. Mit einer Besichtigung der Ausstellung "Memento" und einer Führung über den Friedhof endete das Seminar.

(Erschienen am 08.06.2011)

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