Patronatsfeier in Laas
Zu Ehren der vier "himmlischen" Patrone der Steinmetze (Claudius, Nikostratus, Symphorianus und Catorius) veranstaltete die Berufsfachschule für Steinbearbeitung "Johannes Steinhäuser" in Laas (Südtirol) am 9. November eine Gedenkfeier. Die Veranstaltung fand in der Pfarrkirche St. Johannes in Laas statt. Anwesend waren Schüler, Lehrer und geladene Gäste sowie Hochw. Pfarrer Artur Werth, Hochw. Edmund Ungerer und Hochw. Abt Bruno Trauner von Marienberg.
Die vier Schutzpatrone waren unter Kaiser Diokletian (243-305) getötet worden, weil sie sich geweigert hatten, heidnische Götterbilder in Stein zu schlagen. Deshalb entschieden sich die Steinmetze, ihr Leben unter den Schutz der Heiligen "Vier Gekrönten" zu stellen, die sie vor Unfällen bewahren sollten.
Unter dem Klang von Hämmern und Meißeln zogen die Steinmetze der Fachschule zum Orgelspiel von Dietrich Oberdörfer in die Kirche ein. Pfarrer Artur Werth verlas einen Brief von Pater Donatus Leicher aus Freiburg, der den Steinmetzen besonders verbunden ist. Darin erinnerte der Geistliche daran, dass das Steinmetzhandwerk zu den ältesten handwerklichen Berufen zählt.
Werkzeuge als Richtlinien
Weiterhin hieß es in dem Schriftstück, dass die Werkzeuge der vier Steinmetzpatrone auch in unserem heutigen Leben Richtlinien für ein gelungenes Leben sein sollten: "Der rechte Winkel verleiht jedem Bauwerk seine Standfestigkeit – auch unser Leben sollte einen 'rechten' Winkel haben. Um einen perfekten (Lebens)Kreis zu ziehen, muss der Zirkel einen festen Punkt haben, an dem er angesetzt wird. Die Setzwaage ist das Symbol des rechten Ausgleichs. Der Maßstab soll uns als Hinweis dienen, dass jeder Mensch sein eigenes Maß an Höhe und Tiefe, Breite und Länge in sich trägt, nach dem er lebt und arbeitet", so Donatus.
Pfarrer Artur Werth gab auch dessen Aufruf weiter, die Tradition der Heiligen "Vier Gekrönten" weiterzuführen: "Tradition soll nicht das Aufbewahren der Asche sein, sondern das Weitergeben des Feuers, damit es lodert, wärmt und in der Dunkelheit den Weg in die Zukunft erhellt."
Gedenkstein aus Marmor
Während der Feier segneten die Gesitlichen außerdem einen neuen Gedenkstein. Die Schüler Florian Nägele und Alexander Wörther hatten ihn zu Ehren der vier Steinmetzpatrone in weißem Marmor realisiert. Der Entwurf aus den geometrischen Formen Kreis, Dreieck und Quadrat stammt von Direktor Franz Waldner und Fachlehrer Reinhold Tappeiner.
Nach dem kirchlichen Festakt führte Franz Waldner die Anwesenden noch durch die Pfarrkirche und die Apsis. Dabei informierte er u.a. über historische Fakten und Begebenheiten zu Bau, Renovierung und Wiederherstellung der Kirchengebäude.
(Erschienen am 18.11.2009)





