Museumsreife Sammlung

- Steinmetzmeister Uwe Schön (l.) zeigt Besuchern seine museumsreife Sammlung an Steinmetzgeschichte.
Wie in einem Steinmetzmuseum sieht es in der Werkstatt von Uwe Schön in Köthen aus. Der Steinmetz- und Steinbildhauermeister aus Sachsen-Anhalt arbeitet unter den stolz dreinblickenden Augen von Steinmetzgesellen aus den zwanziger Jahren, die auf großformatigen Fotos in seiner Freiluftwerkstatt zu sehen sind.
Aber auch mittelalterliche Steinmetzsprüche und alte Werkzeuge findet man hier an Wänden und in Schaukästen. Beim Aufräumen hat Schön vor Jahren viele alte Werkzeuge seines Urgroßvaters Friedrich Lehmann gefunden. "Da hat mich die Leidenschaft gepackt", so der Steinmetzmeister.
Neben geschichtsträchtigem Inventar sammelte er Dokumente vergangener Zeiten, darunter Gesellenbriefe aus den dreißiger und vierziger Jahren. Auf einen Zweispitz, der aus der Römerzeit stammen soll, ist Schön besonders stolz. "Manche Werkzeuge kennt heute kaum noch jemand", sagt er. "Die dürfen einfach nicht im Schrott landen."
Auch sein Großvater Kurt Lehmann ist Steinmetz. Der 92-Jährige erhielt in diesem Jahr den Diamantenen Meisterbrief. In seiner Werkstatt tummelte sich Uwe Schön bereits als Kind. Früh klar deshalb schon für seinen Enkel klar, dass er in die Fußstapfen seiner Vorfahren treten und Steinmetz werden will. Von 1985 bis 1987 lernte Uwe Schön beim VEB Betonwerkstein Dessau. Nach der Wende eröffnete er den Steinmetzbetrieb seines Großvaters wieder. Schön stellt Grabmale her und restauriert Steinfiguren und Ornamente. Wer seine Sammlung sehen möchte, kann sich in seinem Büro in Köthen, Lange Straße 5, Tel.: 03496/213342, melden.
(20.10.2011)



