Auszeichnung für Memoriam-Garten
Ein Team von neun Steinmetzen und neun Friedhofsgärtnern hat auf der Buga in Schwerin einen sog. Memoriam-Garten angelegt. Für ihr Konzept erhielten sie den Deutschen Innovationspreis Gartenbau in der Kategorie "Kooperation/Betriebsorganisation". Die mit 15 000 € dotierte Auszeichnung wurde am 4. September auf dem Buga-Gelände von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner überreicht.
Den 80 qm großen Memoriam-Garten in Schwerin bilden zwölf Mustergräber, die trotz ihrer Unterschiedlichkeit eine Einheit bilden. Vier Partnergräber, ein Urnengrab am Baum, zwei traditionelle Sarg- und fünf Urnengräber zeigen ein breites Spektrum an Grabarten und Beisetzungsmöglichkeiten. Bänke, Wasserläufe, Brunnen und eine harmonische Bepflanzungsorgen für eine angenehme, ruhige Atmosphäre, in der Trauernde verweilen und ihrer Verstorbenen gedenken können.
Konzept mit Potential
Nach Angaben der Beteiligten handelt es sich bei dem Modellprojekt um ein modernes Konzept mit Zukunftspotential, das auf jedem Friedhof umgesetzt werden kann, einen festen Anlaufpunkt für Trauerrituale bietet und sich als Alternative zu anonymen Bestattungen etablieren soll. Es richtet sich u.a. an Hinterbliebene, die keine Grabpflege übernehmen wollen bzw. können.
Für einen Fixbetrag kann eine komplette Grabanlage mitsamt -pflege erworben werden. Die Gelder für die Dauergrabpflege werden von den friedhofsgärtnerischen Treuhandstellen bzw. Genossenschaften verwaltet, die Arbeit der Friedhofsgärtner wird regelmäßig kontrolliert.
Die Resonanz auf der Buga war bisher groß. Laut Stefan Wolf, GF der Lübecker Firma Rechtglaub Wolf, waren die Besucher von der Anlage und der Gestaltung begeistert. "Das Feedback zeigt, dass wir den Zahn der Zeit getroffen haben", so der Steinmetzmeister, der an der Realisierung des beteiligt war und u.a. ein Grabmal aus Gotland-Kalkstein beigesteuert hat.
Neben dem Innovationspreis wurde der Memoriam-Garten bereits vom Verein zur Förderung der deutschen Friedhofskultur als innovatives Gestaltungskonzept einer Gemeinschaftgrabanlage als Alternativangebot zur namenlosen Bestattung ausgezeichnet.
Erschienen am 16.09.2009








