München: Lapidarium eröffnet
Auf dem Alten Südfriedhof an der Thalkirchner Straße in München befindet sich ab sofort ein Museum zur Geschichte und Architektur des Friedhofs. Das sog. Lapidarium (lat. Steinsammlung) ist in der ehemaligen Aussegnungshalle des Friedhofs untergebracht und wurde am 8. Dezember 2009 eröffnet.
Anlässlich ihres zehnten Geburtstags hat die von der Stadtsparkasse München gegründeten Stiftung Straßenkunst die Sanierung des im frühen 19. Jahrhundert errichteten Backsteinbaus und die Einrichtung des Museums als alleiniger Förderer finanziert. »Mit diesem Museum möchten wir der Stadt einen Ort schenken, der die Einzigartigkeit der Friedhofsanlage und der Menschen, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, angemessen widerspiegelt«, erklärte Harald Strötgen, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse, bei der Eröffnung.
Skulpturen wirkungsvoll in Szene gesetzt
Das Lapidarium wird künftig attraktiver Ausgangspunkt von Friedhofsführungen sein, die die Städtische Friedhofsverwaltung von April bis Oktober einmal monatlich anbietet. Im Museum sind wertvolle Skulpturen, Bronzetafeln und Büsten aus den Beständen des Alten Südfriedhofs wirkungsvoll in Szene gesetzt. Sie geben Einblicke in die Bestattungskultur der vergangenen drei Jahrhunderte. Ein Film mit 3D-Animationen veranschaulicht die historische Entwicklung des Friedhofs und gibt eine Vorstellung vom ursprünglichen Zustand der Anlage. Zu den wichtigsten Exponaten gehören u.a. ein Auferstehungsrelief und Putto des Bildhauers Franz Jakob Schwanthaler, hergestellt um 1807, das ursprünglich ein Grabdenkmal zierte. Es ist das einzige erhaltene Ausstellungsstück aus der im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Aussegnungshalle und ein Fragment einer Marienskulptur aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Geschichtliches
Die Aussegnungshalle wurde 1819 gebaut und diente ursprünglich zur würdevollen Aufbahrung der Verstorbenen. Bombenabwürfe beschädigten das Gebäude und viele Gräber, darunter auch die Ehrengräber zahlreicher namhafter Münchner Persönlichkeiten, schwer. 1944 stellte die Stadt München den Bestattungsbetrieb auf dem Südfriedhof ein. Der Architekt Hans Döllgast setzte die Halle 1950 wieder instand. Da das Gebäude seither nicht genutzt wurde, verfiel die Bausubstanz nach und nach.
Neben der Sanierung und Einrichtung des Museums hat die Stiftung Straßenkunst außerdem die Restaurierung mehrerer Grabdenkmäler und die Sanierung eines Springbrunnens auf dem Alten Südfriedhof übernommen. Die Förderung durch die Stiftung beläuft sich auf insgesamt 395.000 €.
(Erschienen am 21.01.2010)




