Die Naturwerksteinwirtschaft wächst langsamer

Dr. Carlo Montani

Auf der Marmomacc wurde die Statistik "Stone 2009" von Dr. Carlo Montani vorgestellt. Das Handbuch beleuchtet die globale Naturwerksteinwirtschaft.

Obwohl sich die Krise auch stark auf die Natursteinwirtschaft auswirkt, wächst diese nach wie vor schneller als die Weltwirtschaft – seit 1990 um durchschnittlich 7,1 % pro Jahr. Das Wachstum hat sich aber deutlich verlangsamt: Was die Produktion betrifft, wurde 2008 der niedrigste Zuwachs in den letzten 20 Jahren verzeichnet. Insgesamt erreichte die Natursteinproduktion mehr als 215 Mio. t (2007: 210 Mio. t). Der Verbrauch lag bei 1,150 Mio. m² (bei einer Dicke von 2 cm). Pro Tausend Einwohner wurden 187 m² verbrauch (2007: 184 m²).

Der Handel, der seit 1990 jährlich um durchschnittlich 8,7 % zugenommen hatte, ist 2008 sogar um 2 % in der Menge geschrumpft – der stärkste Einbruch seit 1998. Das Handelsvolumen belief sich auf 45 Mio. t (2007: 46,2 Mio. t), davon 44,7 % unbearbeiteter und 55,3 % bearbeiteter Naturstein. Ohne relativ gute Ergebnisse aus Asien, und hier speziell aus China, wäre das Ergebnis weitaus schlechter ausgefallen.

China weiterhin führend
72,7 % aller weltweit gewonnenen Natursteine stammen aus den sieben Ländern China, Indien, Türkei, Italien, Iran, Spanien und Brasilien. Ihr Anteil an der globalen Produktion ist im letzten Jahr noch einmal um mehr als 1 % gestiegen. China hat seine Vormachtstellung weiter ausgebaut: 26,2 % aller Natursteine werden im Reich der Mitte gewonnen, der Anteil am weltweiten Export liegt bei rund 25%. Hauptabnehmer sind Süd Korea, Japan, die USA und die EU.

Deutschland
In Deutschland blieb die Natursteinproduktion 2008 mit 750.000 t konstant. Der Export von Rohmaterial stieg von 477000 auf 482000t, der Import fiel deutlich von 422.000 auf 330.000 t. Die Produktion von Fertigware sank auf 353.000 t (2007: 410.000 t), die Einfuhr auf 1,768 Mio. t (2007: 2,174 Mio. t). Der Export von Fertigware stieg leicht und erreichte 373000t (2007: 308.000 t). Der Natursteinverbrauch ging von 2,276 Mio. t auf 1,748 Mio. t zurück. 

Preise weiter gestiegen
Trotz Krise sind die Preise auf den Hauptmärkten im letzten Jahr weiter gestiegen. Mit durchschnittlich 13,75 € pro m² waren bearbeitete Natursteine aus China nach wie vor am billigsten. Mit 43,80 € pro m² waren italienische Natursteine rund dreimal so teuer. In Brasilien kostete der Quadratmeter 30,90 €, in Spanien 30,60 €. Die höchsten Preise für Importware wurden in Europa, Japan und den USA erzielt.

Maschinen und Transport
Nach wie vor erfolgen die meisten Transporte auf dem Seeweg, obwohl der Anteil von Transporten auf Straße und Schiene im letzten Jahr weiter zugenommen hat.Im Maschinen- und Anlagenbereich hat Italien seine Vormachtstellung behaupten und – nach Rückgängen in den Vorjahren – 2008 sogar leicht ausbauen können. Der Weltmarktanteil liegt bei mehr als 35%. 

Gute Prognose
Montani geht davon aus, dass die Naturwerksteinwirtschaft in den nächsten Jahren stark wächst. Er glaubt, dass die Produktion bis 2025 auf 360 Mio. t steigen und der Handel ein Volumen von mehr als 2,2 Mrd. m² erreichen wird. Dafür müssten aber Probleme u.a. in den Bereichen Infrastruktur, Abfallbeseitigung und Finanzierung gelöst werden. Durch gezielte Marketingmaßnahmen könne zusätzliches Wachstum entstehen.

Sebastian Hemmer
(Erschienen am 6.10.2009)

Werbepartner