Kreditklemme trifft Juma
Opfer der gegenwärtigen Finanzkrise wurde die Firma JUMA Natursteinwerke GmbH & Co. KG in Gungolding, ein inhabergeführtes Traditionsunternehmen der Natursteinbranche, das in dritter Generation im Altmühltal ansässig ist. Am 27. November wurde auf Antrag des Unternehmens die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. "Die Auftragsbücher sind zwar voll, die Geschäfte gehen gut, aber ein Unternehmen dieser Größe benötigt eben auch Kredite zur Durchführung und Abwicklung der Aufträge, und genau diese fehlten. Keine Hilfe weit und breit, und das Ergebnis ist die Antragstellung zur Insolvenz am heutigen Tage", heißt es in der am 27. November verbreiteten Pressemitteilung.
Gesundes Unternehmen
Wie auch Geschäftsführer Helwig Frank, der nach dem Rückzug der bisherigen Geschäftsführer Alois und Xaver Schöpfel am Donnerstag, 26. November, das Ruder übernommen hat, gegenüber dem EICHSTÄTTER KURIER betonte, sei Juma „ein gesundes Unternehmen“. Die Auslastung sei bis in den Mai 2010 hinein im Dreischichtbetrieb gewährleistet. Gezwungen zur Anmeldung der Insolvenz sei die Firmenleitung deshalb gewesen, weil die Hausbank, die Volksbank-Raiffeisenbank Bayern-Mitte, „ohne Angaben von Gründen“, Kredite nicht - wie von Juma gewünscht - bis zum März verlängert habe. Die Hausbank sei zudem nicht bereit gewesen, ausstehende Forderungen von Juma für bereits gelieferte Ware in Höhe von 2,5 Millionen Euro einem Inkasso-Unternehmen zu übergeben. In Bedrängnis geraten ist das seit 77 Jahren bestehende Traditionsunternehmen offenbar auch durch einen Großauftrag aus Russland, der aber nicht geplatzt sei, sondern sich nur verzögere.
Juma besteht weiter
In der Pressemitteilung bekennt sich die Geschäftsleitung zu ihrer unternehmerischen Verantwortung: Man werde mit allen Mitteln darum kämpfen, das Unternehmen mit seinen 163 Arbeitsplätzen zu erhalten. Der Betrieb laufe ganz normal weiter, der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Harald Schwarz aus Ingolstadt sei bereits im Haus und werde, wie beauftragt, als Sachverständiger prüfen, ob ein Eröffnungsgrund vorliegt und welche Aussichten für eine Fortführung des Unternehmens bestehen.
Es gebe die begründete Hoffnung, dass das Unternehmen fortgeführt werden kann: "Es soll kein Insolvenzverfahren werden, an dessen Ende die Zerschlagung der Firma steht, sondern es soll ein Neuanfang gemacht werden." Nun gehe es darum, die Mitarbeiter bei der Stange zu halten, erklärte Seniorchef Rudolf Schöpfel.
(Erschienen am 30.11.2009)



