Mando Kramer als LIM bestätigt

LIM und Stellvertreter für weitere fünf Jahre: Mando Kramer (l.) mit Gerdi Fröhlich und Markus Steininger
BIM Gustav Treulieb
Rät zu Kooperationen: Ulrike Horn M.A.

Für fünf weitere Jahre bleibt Mando Kramer Landesinnungsmeister der bayerischen Steinmetze. Mit 400 Mitgliedern ist der LIV Bayern nach wie vor stärkster Landesinnungsverband des deutschen Steinmetzhandwerks. Die Jahrestagung 2010 fand am 23. und 24. Juli in Wildbad Kreuth am Tegernsee statt.

Für fünf weitere Jahre in ihren Ämtern bestätigt wurden auch die stellvertretenden Landesinnungsmeister Gertrud Fröhlich und Markus Steininger. Fröhlich verband ihr Ja-Wort zur Wahl mit Kritik an der Schwerfälligkeit im Verband. Engagierte Mitstreiter und mehr Schlagkraft
wünscht sie sich. Den neuen/alten Vorstand ergänzen Richard Blendinger, Josef Hofmann und Hermann Rudolph. Lehrlingswart bleibt Elke Bader; ihre Stellvertreter bleiben Erich Wieser und Fred Grimm.

Gustav Treulieb: mehr Gemeinschaftsgeist!
Ehrengast der Bayern war der neue Bundesinnungsmeister Gustav Treulieb, der sich, wie er sagte, glücklich schätzt, einen so starken Landesverband in den Reihen des Bundesverbands zu wissen. Man sei dabei, den Verband umzubauen. Leider sei bislang nicht jedes Vorstandsmitglied dazu bereit, die gemeinsame Zukunft auch gemeinsam zu gestalten. Noch gebe es Informationslücken und Befindlichkeiten. "Wir müssen aber alle an einem Strang ziehen", so Treulieb. Auf dem Spiel stehe nicht zuletzt die Eigenständigkeit des Steinmetzhandwerks.

Treulieb lobte die Initiative der Innung Müchen/ Oberbayern für "saubere" Steine (s. Naturstein 8/2010, S. 76) und zeigte sich über die Probleme mit der Gewerbeaufsicht Bayern gut informiert. Hier gelte es, Lösungen zu finden, die zielführend und ohne massiven Aufwand umsetzbar sind.

Mando Kramer: Licht und Schatten
Mando Kramer findet es als neuer/alter Bundesinnungsmeister- Stellvertreter gut, dass sich der BIV-Vorstand aus fünf neuen und vier alten Mitgliedern zusammensetzt – so sei gleichermaßen für neue Ideen und Erfahrung gesorgt. In den letzten Jahren habe der BIV viel versäumt und verpatzt; über vieles sei der Vorstand nicht informiert gewesen. "Wir wurden blockiert", so der alte/neue BIM-Stellvertreter wörtlich. In Sachen Standsicherheit von Grabmalen, Fair Trade und europäische Zusammenarbeit müsse man jetzt neue Wege finden.

Was den eigenen Landesverband betrifft, lobte Kramer neben der münchen-oberbayerischen Initiative für "saubere" Steine die vom LIV veranstalteten Friedhofskulturtagungen; die zweite findet am 12. Oktober in Nürnberg statt. Ebenso würdigte er die v. a. von Alfred Herklotz gemanagte Lehrlingswerbung unter dem Projekt-Motto "Young Generation", die in diesem Jahr schon zum vierten Mal auf der IHM in München erfolgreich war. "Jeder Beruf, der nicht mehr ausbildet, ist früher oder später weg vom Fenster", sprach sich Kramer für die Ausbildung von Nachwuchskräften aus. Auf der Stone+tec 2011 werde sich der BIV gemeinsam mit dem Deutschen Naturwerkstein-Verband (DNV) und den Fliesenlegern darstellen; gemeinsam werde auch ein Innovationspreis für außergewöhnliche Produkte ausgelobt.

Für die nächste bayerisch-österreichische Bildungswoche vom 19. bis 21. Januar in Schladming wünscht sich Kramer mehr Teilnehmer aus Bayern. Mit der Initiative für "saubere" Steine habe man die Innungsmitglieder aus der Schusslinie genommen und ihnen eine Verkaufshilfe geboten, informierte LIV-Geschäftsführer Ralf Merk. Auch andere Innungen können die Plakate nutzen, sagte er (Bestellung in der Geschäftsstelle).

Den Angehörigen von Verstorbenen darf man erst 14 Tage nach dem jeweiligen Todesfall sachliche Werbebotschaften zusenden, erinnerte Merk. Sehr erfolgreich waren, wie er berichtete, die Friedhofskulturtagung 2009 und das Meisterfrauenseminar.

Elke Bader: Lehrlingssituation ist desolat
Lehrlingswart Elke Bader stellte die projektbezogene Zusammenarbeit zwischen den Überbetrieblichen Bildungszentren in Ingolstadt und Wunsiedel mit den jeweiligen Berufsschulen vor. Mit dieser Projektarbeit wolle man Lehrlinge für die gestalterische Arbeit begeistern. In diesem Jahr habe man nur vier Belobigungen ausgesprochen. Besonders gut gearbeitet habe Dominik Rudolph (Ausbildungsbetrieb Max Balz; der Ausbilder stiftete auch das Material). Insgesamt werde es für die Ausbilder immer schwerer, den erforderlichen Stoff zu vermitteln. Die Lehrlingssituation sei desolat; in Wunsiedel und München seien bislang erst je 15 Neuanmeldungen eingegangen. Bader forderte alle Betriebe dazu auf, die neuen Lehrlinge gleich nach Abschluss des Lehrvertrags bei der Schule anzumelden. "Leider ist das Steinmetzhandwerk derzeit nicht attraktiv und auch zu wenig bekannt", so Bader. Aktionen wie "Young Generation" in Zusammenarbeit mit Haupt- und Realschulen seien außerordentlich wichtig; hier könne man wirksam für das Handwerk werben.

Laut Mando Kramer ist das Nachwuchsproblem am 27. September Gegenstand einer bbw-Vorstandsklausur. "Je mehr wir selber produzieren, desto größer ist der Nachwuchsbedarf", sagte er und: "Wenn wir nur noch mit Fertigware handeln, brauchen wir nicht mehr auszubilden."

Netzwerke bilden
Um das Selbstbewusstsein und die Selbstdarstellung des Steinmetzhandwerks ging es in einem Vortrag von Ulrike Horn M.A. von Horn-Kommunikation, www.horn-kommunikation.de. Unter dem Titel "Der Steinmetzmeister als Stratege und Serviceprofi – weil begeis terte Kunden immer noch die beste Werbung sind" riet sie zur "Flucht zurück nach vorn". "Sie sollten stolz sein auf das, was Sie können und dieses Können auch anwenden und darstellen", so die gelernte Steinmetzin. Eine heftige Diskussion löste sie mit der Empfehlung aus, sich mit anderen Gewerken wie Friedhofsgärtnern und Bestattern zu vernetzen, sprich: Kooperationen anzustreben.

Nach einem Abend auf der Schwaigeralm besuchten die versammelten Steinmetze am Samstag noch die Steinmühle in Pertisau.

Bärbel Holländer

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