Steinmetze relativ gut drauf

Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

Der BIV hat seine Mitgliedsbetriebe nach ihrer Einschätzung der konjunkturellen Lage befragt. 17% der Betriebe haben sich an der Erhebung beteiligt. Gefragt wurde auch nach den Auswirkungen der Wirtschaftskrise.

Gegenwärtige Geschäftslage
Wie aus dem Frühjahrsgutachten der wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute hervorgeht, wird 2010 das Jahr der Konsolidierung und des Neustarts nach der stärksten Wirtschaftskrise in der Nachkriegszeit. Obwohl die Steinmetze neben den Belastungen der Finanzkrise auch mit extremen Witterungseinflüssen bis in den April hinein umgehen mussten, beurteilen über 82 % der Steinmetzbetriebe die gegenwärtige wirtschaftliche Lage als gut oder befriedigend.

Einschätzung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage: Frühjahr 2010
Ein Blick in die einzelnen Sparten des Steinmetzhandwerks lässt im Vergleich zum Vorjahr ein relativ stabiles Bild erkennen. Bei genauerer Betrachtung sind jedoch Verschiebungen festzustellen. Im Grabmalbereich beurteilen die Betriebe ihre Lage schlechter (+ 4,1 %) als z. B. im Baubereich, wo 5,9 % weniger Betriebe ihre wirtschaftliche Situation als schlecht bezeichnen. Beide Bereiche mussten wegen des langen Winters eine lange Durststrecke überstehen. Trotzdem beurteilt der Bau- und Restaurierungsbereich die Geschäftslage besser als vor einem Jahr. Insgesamt geben 14 % mehr als bei der letzte Erhebung gestiegene Umsätze an. Im Grabmalbereich geben 6,1% mehr Betriebe als im letzten Jahr Umsatzrückgänge an. Der Auftragsbestands hat sich in beiden Bereichen leicht verbessert.

Investitionen weiterhin zurückhaltend
Die Investitionsbereitschaft ist nach wie vor zurückhaltend. 25,6 % der Betriebe haben im letzten halben Jahr investiert, vornehmlich handelte es sich um Ersatzinvestitionen (61,1 %), Erweiterungsinvestitionen wurden mit 22,2 % angegeben. Wo investiert wurde, haben 25 % der Betriebe im Bau und in der Restaurierung auf Rationalisierungsmaßnahmen gesetzt. Im Vorjahr waren dies lediglich 4,2 %. Im Grabmalbereich ist es  ähnlich. Im Frühjahr 2009 gaben noch 26,7 % der Betriebe an, Rationalisierungsinvestitionen vorgenommen zu haben. In diesem Jahr sind es 3,1%. 

Steinmetze: Verantwortungsvolle Arbeitgeber
Die Erebnisse der Konjunkturumfrage deuten auf ein Interesse hin, gut ausgebildete Fachkräfte auch in schwierigen Zeiten halten zu wollen. Im gewerblichen Bereich ist der Mitarbeiterbestand mit durchschnittlich 4,2 Mitarbeitern in diesem Jahr im Vergleich mit den zurückliegenden Jahren beinahe konstant. Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar positiv entwickelt. Bei 75,7 % (65,9 % im Vorjahr) der Betriebe ist die Anzahl der Mitarbeiter unverändert, 17,5% (24,4% im Vorjahr) geben an, Mitarbeiter entlassen zu haben und 6,8% (9,7% im Vorjahr) haben Mitarbeiter eingestellt.

Erholung in Sicht
Der überwiegende Teil der Betriebe schätzt die zukünftige Entwicklung ihrer Geschäftslage mit gleichbleibend ein: 65,7 % (56 % im Vorjahr). Eine Verschlechterung der Geschäftslage erwarten 19,1 % (30,5 % im Vorjahr). 15,2 % rechnen mit einer Verbesserung. Im Vorjahr waren es 13,5 %  und bei der Herbstumfrage 2008 lediglich 3,5%. Im dritten Jahr nach der Finanzkrise ist die Erwartungshaltung im Steinmetzhandwerk zum wiederholten Mal positiv und die Betriebe gehen von einer weiteren Erholung der Konjunktur aus.

Im dritten Jahr nach der Finanzkrise
Was die Krise betrifft, geben 50,2 % der befragten Betriebe an, keine Auswirkungen zu spüren. Im letzten Jahr waren es noch 45,4 %. Dem stehen 29,7 % der Betriebe gegenüber (26,3 % im Vorjahr), die angeben, die Krise durchaus zu spüren. Wie im Vorjahr bestätigen rund 30 % der Befragten, in den letzten zwölf Monaten einen Kredit beantragt zu haben. Davon geben 39,7 % (33,9 % im Vorjahr) an, dass sich die Kreditaufnahme schwieriger gestaltet. Wie im Vorjahr sagen rund 50 %, dass die Anforderungen an die Dokumentation und die Offenlegung der Geschäftszahlen gestiegen sind. Auch die geforderten Sicherheiten sind laut 37,6 % (36,4 % im Vorjahr) der Umfrageteilnehmer gestiegen. 29,73 % (27,3 %im Vorjahr) geben gestiegene Zinsen an.

Nicht schlechter als im Vorjahr
Insgesamt beurteilen die Steinmetze ihre Lage nicht schlechter als im Vorjahr. Dies lässt den Schluss zu, dass die Steinmetzbetriebe saisonale und konjunkturelle Engpässe durch eine stabile Eigenkapitaldecke zum größten Teil decken können und/oder die Verbindungen zur Hausbank stabil sind. 

Gudrun Aßmus
www.biv-steinmetz.de

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