Initiative für heimische Steine
Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg (LGRB) fördert die verstärkte Nutzung von heimischen Naturwerksteinen in der Denkmalpflege und Architektur. Hierzu hat es im Jahr 2009 zahlreiche Aktivitäten zu einer Naturwerkstein-Initiative gebündelt. Dazu gehören die Erkundung von Eisensandstein- und Stubensandsteinvorkommen für Renovierungsmaßnahmen am Ulmer Münster, die Datenaktualisierung über die aktuelle Werksteingewinnung und die noch zugänglichen Werksteinbrüche, die Beschreibung aller wichtigen Werksteinlagerstätten für einen umfangreichen "Naturwerkstein-Sonderband" (erscheint 2010) sowie die Erkundung des Pfaffenweiler Kalksandsteins und des roten Buntsandsteins aus dem Raum Tennenbach nördlich von Freiburg.
In Baden-Württemberg werden heute noch 46 Steinbrüche zur Gewinnung von Rohblöcken betrieben. Für Neubauten, Restaurierung und den GaLaBau werden dort jährlich mindestens 800.000 t Fertigware benötigt. Davon werden aber nur etwa 80.000 t aus eigenen Lagerstätten erzeugt.
Der seit Jahrzehnten abnehmende Anteil heimischer Gesteine an Bauwerken in Baden-Württemberg steht im Gegensatz zum dortigen natürlichen Angebot mit rund 30 werksteintauglichen Gesteinsarten. "Im Sinne der Nachhaltigkeit ist die Nutzung eigener, hochwertiger Werksteinlagerstätten dem Import großer Gesteinsmengen mit Transportwegen von oft mehreren Tausend Kilometern vorzuziehen", heißt es in den LGRB-Nachrichten. Hohe Umweltstandards und eine Qualitätskontrolle bereits an der Lagerstätte, seien weitere Pluspunkte für heimische Steine.
Ausgelöst durch den wachsenden Bedarf an hochwertigen Originalgesteinen für den Erhalt denkmalgeschützter Bauten ist das LGRB seit 2004 mit der Erkundung von Werksteinvorkommen beschäftigt, die nicht mehr oder nicht in der benötigten Qualität zur Verfügung stehen.



