Geologie für die Gesellschaft
Unter dem Motto "Geologie für die Gesellschaft: Bildung und kulturelles Erbe" fand in Rumänien vom 9. bis 13. Juli die 16. Tagung der Association of European Geological Societies (AEGS) statt. Diese Organisation fördert alle Bereiche der Geowissenschaften und wird von 30 nationalen geologischen Gesellschaften getragen.
120 Teilnehmer aus 16 Ländern waren nach Cluj-Napoca (Klausenburg) gekommen, um an der Babes-Bolyai-Universität über Themen wie "Stadtgeologie und Auswirkungen von Georisiken", "Geologie in der Schul- und Universitätsausbildung", "Naturwerksteine" und "Geoparks" zu referieren.
Besonders beeindruckt waren die deutschen Teilnehmer, darunter Prof. Dr. Roman Koch und Dr. Robert Sobott von der Universität Erlangen, über den hohen Stellenwert, den die Geowissenschaften in Spanien, Österreich, Rumänien und Russland haben. "Das spielerische Heranführen an geowissenschaftliche Themen bereits im Kindesalter schafft die Basis für ein breites gesellschaftliches Verständnis, das den geowissenschaftlichen Berufen nützt", sind die Wissenschaftler überzeugt.
Dies gewinne immer mehr an Bedeutung, da die Geowissenschaften immer relevanter für die Lösung globaler Probleme würden. In Spanien werde bereits seit 30 Jahren kontinuierlich daran gearbeitet, geologisches Wissen von der Grundschule bis zur Universität didaktisch gut aufbereitet zu vermitteln.
"Von solchen Aktivitäten können wir in Deutschland nur träumen", bedauern Koch und Sobott. Immerhin seien die Veranstaltungen des Arbeitskreises "Steine in der Stadt" ein Beitrag zur Wahrnehmung der Geowissenschaften in der Öffentlichkeit. "Aber es wird viel Mühe kosten, den gegenwärtigen Trend umzukehren und diesen Wissenschaften und ihren Vertretern den selbstverständlichen Stellenwert zu erkämpfen, den er in anderen Ländern bereits hat."
Erschienen am 09.09.2009



