Führungswechsel in Österreich
Die österreichische Steinmetz-Bundesinnung hat seit 1. Dezember einen neuen Vorsitzenden: Wolfgang Ecker wurde einstimmig zum neuen Bundesinnungsmeister gewählt. Der 46-Jährige Niederösterreicher übernimmt das Amt von Rudolf Wunsch an, der sechs Jahre lang an der Spitze der österreichischen Steinmetze gestanden hatte. Ecker stehen als Stellvertreter Franz Reinisch aus der Steiermark und Ing. Norbert Kienesberger aus Oberösterreich zur Seite.
Die letzte Sitzung des Bundesinnungsausschusses der Steinmetze unter Vorsitz von Wunsch fand Ende November in dessen Heimatstadt Zwettl statt und war von mehreren aktuellen Themenbereichen sowie einem Vorsitzresümee des scheiden-den Bundesinnungsmeisters gekennzeichnet. Zudem wurden zwei langjährige Funktionäre geehrt.
Grabmal als "Grab–Denkmal"
Um den Trend zu Urnen zu brechen und dem klassischen Grabmal seinen Stellenwert als "Grab-Denkmal" zurück zu erobern, gibt es nun eine gemeinsame Informationsplattform der Steinmetze mit Gärtnern und Friedhofsbetreibern, teilte der Salzburger Fachvertretungsvorsitzende Helmut Moser mit. Der traditionelle Grabmalpreis der Steinmetze wird am 12. Januar verliehen.
Klagen über akuten Lehrlingsmangel kamen aus mehreren Bundesländern: In Kärnten etwa gibt es derzeit nur einen einzigen Lehrling im dritten Lehrjahr, auch in Salzburg sieht es sehr schlecht aus, ebenso im Burgenland. Hier gibt es nicht zuletzt durch den "Druck aus dem Osten" bereits viele meisterlose Betriebe. "Nachdem wir zuerst das Match gegen die Fliesenleger verloren haben, war die Abschaffung der Meisterprüfung als Voraussetzung zur Gewerbeberechtigung der Todesstoß", sagte der burgenländische Fachvertretungsvorsitzende Anton Hauser.
Eine Lösungsmöglichkeit wurde von KommR Sonja Zwazl, Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich, aufgezeigt: "Migranten wissen, dass sie mit guter Ausbildung Erfolg haben. Daher müssen wir auf sie zugehen." Ins gleich Horn stieß techn. Rat KommR Franz Bamberger: "Keine Scheu vor Migranten! Die Firmen müssen verstehen, dass das Überleben des Gewerbes mit Nachwuchs zusammen hängt." Die oberösterreichischen Steinmetze gehen bereits mit einer eigenen Werbe-CD in die Schulen. Diese soll nun auch den anderen Bundesländern zur Verfügung gestellt werden.
Erstmals Restaurierungsmesse
2012 wird in Österreich erstmals die Restaurierungsmesse »Monumento« abgehalten, auf der die Steinmetze präsentieren wollen, was sie im Bereich Restaurierung alles können.
In seinem letzten Bericht vor dem Bundesinnungsausschuss der Steinmetze fasste Rudolf Wunsch die Schwerpunkte seiner Arbeit als Bundesinnungsmeister zusammen. Darunter fielen die Herausstellung der Fachkenntnisse von Steinmetzen gegenüber Fliesenlegern was die Verlegung von Naturstein betrifft, die Etablierung des Grabmals als "Kulturgut", die Forcierung heimischer Steine, die Kammerreform, die Aus- und Weiterbildung und der Kontakt zu den Verbänden der deutschsprachigen Nachbarländer. Nicht zu vergessen eine eigene Zeitung über das Steinzentrum Hallein.
Obwohl er kaum mehr Zeit für seine Hobbys gehabt habe, habe ihm die Tätigkeit als BIM "unheimlich Spaß gemacht", sagte Wunsch. Für seine jahrzehnte lange Arbeit auf Landes- und Bundesebene dankte Wolfgang Ecker seinem Vorgänger im Namen der Bundesinnung. Als Abschiedsgeschenk erhielt der scheidende BIM eine auf einer Marmorplatte stehende Österreichkarte aus Stein in einer kleinen Vitrine.
Zum neuen BIM
Wolfgang Ecker, 46, wohnhaft in Wolfsgraben, verheiratet, drei Kinder, absolvierte ab 1980 eine Lehre bei der Firma Oreste Bastreri. 1990 übernahm er den Betrieb seines verstorbenen Vaters Heinz Ecker mit 15 Mitarbeitern und Standort in Wien, der von dessen Witwe weitergeführt worden war. Heute hat das Unternehmen 70 Mitarbeiter und zwei Standorte mit fünf Firmen in Traiskirchen und Purkersdorf. Der Steinmetzbetrieb Wolfgang Ecker gehört zu den Marktführern am (denkmalpflegerischen) Nischensektor Restaurierung. Derzeitige Highlights sind die Restaurierung des Stephansdoms, der Votivkirche und des Stifts Klosterneuburg. Daneben deckt Ecker alle Nischen im Steinmetzgewerbe ab.
(11.12.2011)




