Facebook der Toten
Der älteste jüdische Friedhof wird digitalisiert. Im Rahmen eines Großprojekts sammeln Tora-Studenten Daten von Gräbern und Verstorbenen auf dem Friedhof am Ölberg in Jerusalem, die auf der Webseite www.mountofolives.co.il veröffentlicht werden.
Das Portal ist ähnlich aufgebaut wie soziale Netzwerke wie Facebook & Co. Jeder Tote erhält ein eigenes Profil mit vollem Namen, Spitznamen, Herkunft, Geburtstag sowie Todes- und Bestattungstag. Auf einer virtuellen Pinnwand können Angehörige Fotos oder auch Geschichten und Anekdoten über den Verstorbenen veröffentlichen. Außerdem gibt es einen E-Mail-Service, der einen eine Woche vor dem Todestag an das Datum erinnert. Suchfunktionen ermöglichen die Suche nach Gräber-Standorten und Namen von Bestatteten.
Mit ihrem Verstorbenen-Portal wollen die Initiatoren Hinterbliebenen die Suche nach Verstorbenen erleichtern. Der Friedhof am Jerusalemer Ölberg hat sich nämlich über die Jahrhunderte in einen unübersichtlichen Grabstein-Dschungel verwandelt. Dadurch ist es oft sehr schwer, einzelne Gräber bestimmten Personen zuzuordnen bzw. überhaupt erst zu finden.



