Erster "Tag der Steinmetze"
Die Innung Bonn/Rhein-Sieg, Oberbergischer Kreis hat am 8. Oktober 2011 den ersten "Tag der Steinmetze" veranstaltet. 15 der 38 Innungsbetriebe öffneten ihre Werkstätten für ein breites Publikum. Unsere Redaktion war in vier Werkstätten vor Ort.
Handwerk mehr in die Öffentlichkeit bringen
Trotz des schlechten Wetters waren zahlreiche Besucher gekommen. Sie hatten die Möglichkeit Arbeiten der teilnehmenden Betriebe zu begutachten, sich im persönlichen Gespräch beraten zu lassen oder auch selbst Hand anzulegen und einen Stein zu bearbeiten.
"Wir möchten mit dieser Aktion unser Handwerk mehr in die Öffentlichkeit bringen", meint Frank Dohr, Obermeister der Innung aus Bonn Bad-Godesberg, "denn wir können noch was Anderes als Grabmale. Und das müssen wir vermitteln." Er selbst stellt in seiner kleinen, aber feinen Werkstatt überwiegend Grabmale her. Deutlich merke er den Wandel in der Branche zu eher pflegeleichten und pflegefreien Bestattungsformen. Dem müsse man Rechnung tragen.
Veränderbare Grabanlagen
Ähnlich denkt Steinmetzmeister Olaf Krautien aus Bonn, der ebenfalls im Vorstand der Innung tätig ist und die Idee zum "Tag der Steinmetze" hatte: "Veränderbare Grabanlagen sind ein Schwerpunkt meiner Firma. Sie haben eine einfache, wandelbare Grundform." Da viele Menschen zwar ein schönes Grabmal haben, es aber nicht mehr pflegen wollen bzw. können, müsse man hierfür Lösungen anbieten. Umdiese bekannt zu machen, biete eine solche Veranstaltung eine gute Gelegenheit.
Andere Kundenkreise ansprechen
Die Betriebe der Innung Bonn/Rhein-Sieg, Oberbergischer Kreis verteilen sich über nahezu zwanzig Kommunen. Dazu gehört auch Siegburg, wo sich die im Frühjahr 2011 eröffnete Werkstatt von Steinmetzmeisterin Kathrin Post befindet (s. Naturstein 11/2011, ab S. 46): "Ich wünsche mir ein aktiveres Handwerk, das die neuen Medien stärker nutzt."
Sie stellt neben Grabmalen auch Designobjekte her, die sie beispielsweise über die Internetplattform Dawanda verkauft. "So kann ich ganz andere Kundenkreise ansprechen – wie beim ‘Tag der Stenmetze’", meint Post, die auch Workshops in Kindergärten, Schulen und Seniorenzentren anbietet.
Positiv auffallen
Markus Weisheit aus Siegburg, stellvertretender Obermeister der Innung, war positiv überrascht von der guten Resonanz auf die Veranstaltung. Auch er hat zahlreiche Gespräche in seiner Werkstatt geführt: "Aber wir brauchen mehr solcher Aktionen. Man könnte z.B. die Zwischenprüfung auf dem Bonner Münsterplatz durchführen. Nur wenn wir der Öffentlichkeit positiv auffallen, können wir für den Fortbestand unseres Handwerks sorgen. Darum müssen wir uns aber selbst kümmern."
Petra Postaremczak
(Erschienen am 26.01.2012)










