Die Branche lebt

Dr. Carlo Montani

Dr. Carlo Montani hat auf der Marmomacc wieder das jährliche Update seines Branchenbarometers "World Marble and Stones Report" präsentiert. Der Stein Statistik-Guru geht davon aus, dass die Natursteinwirtschaft die Krise überwunden hat und prophezeit Jahre des Wachstums.

Es steckt wieder Leben in der zuletzt lahmenden Natursteinwirtschaft. Nachdem der weltweite Abbau 2009 zum ersten Mal im neuen Jahrtausend zurückgegangen war, stellt Montani für 2010 ein deutliches Wachstum fest. Die Produktion legte im Vergleich zum Vorjahr um deutliche 6,7 % auf 230 Mio. t (2009: 214 Mio. t) zu. Das war der höchste Anstieg in den letzten 15 Jahren. Seit 1990 ist die Produktion im Schnitt um 7 % – und damit schneller als die gesamte Weltwirtschaft – gewachsen. Der durchschnittliche Verbrauch stieg auf 195 m² pro 1000 Verbraucher (2009: 187 m², 2003: 135 m²). Nach einem Einbruch um 9,1 % auf 41,1Mio. t im Jahr 2009, lag das Handelsvolumen 2010 bei 48,5 Mio. t, davon 50,8 % bearbeiteter und 29,2 % unbearbeiteter Naturstein. Die Tatsache, dass knapp zwei Drittel aller Natursteine nicht in den Ländern eingesetzt werden, in denen sie gefördert werden, verdeutlicht die wichtige Rolle, die der Handel spielt.

Drei Viertel des weltweiten Verbrauchs entfallen auf den Baubereich. Kalkstein ist mit einem Anteil von vier Fünfteln das am häufigsten eingesetzte Material.

China bleibt Spitze
Keine großen Veränderungen hat es bei den Top 5-Produzenten-Nationen gegeben, die mit 76 % Marktanteil nach wie vor mehr als vier Fünftel des weltweiten Bedarfs bedienen. Der Spitzenreiter China liegt mit einem Exportvolumen von 12,5 Mio. t konstant bei einem Weltmarktanteil von 29,7 %, gefolgt von Indien, der Türkei. Italien hat einen Platz eingebüßt und rangiert hinter Iran auf dem fünften Platz. Dahinter folgen Brasilien und Spanien.

Lage in Deutschland
In Deutschland ist die Naturwerksteinproduktion im letzten Jahr auf 650.000 t gestiegen. Zwischen 2008 und 2009 war die Fördermenge von 750.000 auf 600.000 t gesunken. Die Importe von Rohmaterial erreichten 246.000 t (2009: 242.000 t). Die Einfuhren von verarbeitetem Naturstein gingen von 1,725 Mio. t auf 1.516 Mio. t zurück. Bei den Exporten wurde bei Rohmaterialien ein leichtes Plus von 452.000 auf 463.000 t verzeichnet. Die Ausfuhren von bearbeitetem Naturstein lagen bei 285.000 t (2009: 268.000 t). Der Verbauch sank von 30,9 auf 27,8 Mio. m²(2009: 1,67 Mio m²). Pro Kopf gerechnet bedeutet das einen Rückgang von 375 auf 337 m².

Preise auf Erholungskurs
Positive Tendenzen sieht Montani auch bei der Preisentwicklung. 2009 war der
durchschnittliche Quadratmeterpreis auf dem Weltmarkt um 5 % und damit zum
ersten Mal seit 2003 gesunken. Im letzten Jahr haben die Preise wieder angezogen und liegen jetzt bei über 20 US-$. Die Entwicklung des Niveaus bleibt laut Montani von internationalen Währungsschwankungen nicht unberührt. 14,70 € pro m² und damit 50 Cent mehr als 2009 zahlte man im letzten Jahr für Naturstein aus China, der damit nach wie vor konkurrenzlos billig ist. Verteuert haben sich auch Materialien aus Italien (+2 %), wo Naturstein mit 43,50 € pro m² (2009: 42,50 €) nach wie vor am meisten kostete. Gesunken sind die Preise in Porugal und Spanien, wo der Quadratmeter 26,40 € (2009: 28,40 €) bzw. 27,70 € wert war.

Stabiles Wachstum
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung prophezeit Montani dem Natursteinsektor eine Phase mit stabilem und nachhaltigem Wachstum, das auch zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beitragen dürfte. Damit es weiter voran geht, müsse u.a. weiter in die Infrastruktur sowie die Entsorgung von Abraummaterialien und Abfallprodukten investiert werden.

(21.11.2011)

Werbepartner