Der richtige Umgang mit Banken
Am 26. Oktober fand in Dortmund die Jahresfachtagung des WBN statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der Mittelstand in der Wirtschaftskrise mit Banken umgeht.
Derzeit sind viele Unternehmen auf die Unterstützung durch Banken angewiesen. Gleichzeitig ist es unerlässlich, gegenseitiges Vertrauen als Basis für eine verlässliche und langfristige Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Geschäftsbank aufzubauen. Grund genug für den Wirtschaftsverband Baustoffe und Naturstein e.V., dieses Thema zum Gegenstand seiner diesjährigen Jahresfachtagung zu machen. Als Referenten konnte der WBN Karl A. Niggemann und Dirk Schulte vom Institut für Wirtschaftsberatung (IfW) in Meinerzhagen gewinnen. Nach der Begrüßung durch den Verbandsvorsitzenden Franz-Bernd Köster, erteilte der Geschäftsführer Raimo Benger den Referenten das Wort.
"Banken sind Unternehmer und müssen das Kapital der Eigentümer mehren", betonte Karl A. Niggemann. Für den richtigen Umgang mit Kreditinstituten sei es unerlässlich, das zu akzeptieren. Nur so könnten spätere Enttäuschungen vermieden werden. An Verhandlungen mit Banken sollten stets zwei Gesprächspartner aus dem Unternehmen teilnehmen, um Kompetenz der Führungsebene demonstrieren. Wichtig sei eine offene und ehrliche Kommunikation. Kredite sollten in Höhe von 125 % des geplanten Bedarfs beantragt werden, um bei ungeplanten Ereignissen nicht vorzeitig auf der "Schwarzliste" der Bank zu landen. Zudem sollten die Bankgeschäfte eines Unternehmens nach Möglichkeit auf mehrere Schultern verteilt werden. "Kein Unternehmen ist so klein, dass es nur eine Bankverbindung haben sollte", stellte Niggemann klar.
Rating verbessern
Sicherheiten besitzen lau Niggemann nicht mehr den selben Stellenwert wie früher. Viel wichtiger sei heute der Nachweis der Kapitaldienstfähigkeit. Die komplexe Berechnung dieses prognoseorientierten Merkmals erläuterte Dirk Schulte. Zukünftiger Cashflow sowie die Zins- und Tilgungsleistung gegenwärtiger Kredite würden dabei ins Verhältnis gesetzt. Daraus ließe sich ein Rating des Unternehmens in Bezug auf seine Kapitaldienstfähigkeit ermitteln. Dieses Rating sei sowohl für die Gewährung künftiger Kredite entscheidend als auch für die Kreditkonditionen. Bei einem Kreditvolumen von 5 Mio. Euro ließe sich durch eine Verbesserung des Rankings von 10 auf 6 eine Zinsersparnis von rund 120.000 € erreichen.
"Für das nächste Bankgespräch sind unsere Mitglieder nun bestens gerüstet", so das Resümee eines zufriedenen GF Raimo Benger nach Ende der Veranstaltung.
(Erschienen am 15.11.2009)




