Burkhardt vorläufig insolvent
Die Geschäftsführer des Maschinenbauunternehmens Burkhardt GmbH, Alexander Burkhardt und Jörg Berger, haben am 17. Oktober Insolvenzantrag für die Unternehmensgruppe Burkhardt gestellt. Der Grund sind gescheiterte Verhandlungen mit den finanzierenden Banken des Unternehmens. Das Amtsgericht Bayreuth hat am 18. Oktober die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und den Bayreuther Rechtsanwalt Dr. Ulrich Graf zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
275 Mitarbeiter betroffen
Nach ersten Gesprächen mit der Geschäftsführung hat bereits heute Mittag eine Betriebsversammlung im Unternehmen stattgefunden, an der nahezu die gesamte Belegschaft teilgenommen hat. Der vorläufige Insolvenzverwalter und die beiden Geschäftsführer haben dabei die Mitarbeiter über die aktuelle Entwicklung informiert. Insgesamt sind durch die Insolvenz 275 Mitarbeiter betroffen.
Unternehmen soll fortgeführt werden
Dr. Graf und eine Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit versicherten den Beschäftigten, dass ihre Löhne und Gehälter durch das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit für einen Zeitraum von drei Monaten gesichert seien. Jetzt gelte es seitens der vorläufigen Insolvenzverwaltung, mit ganzer Kraft die wirtschaftliche Lage der Burkhardt-Gruppe zu prüfen.
Es ist beabsichtigt, das Unternehmen fortzuführen", betont Dr. Graf in einer ersten Stellungnahme und weiter: "Wir werden die Zeit, die wir jetzt haben, dazu nutzen, alles auszuloten, das den Fortbestand des Betriebes ermöglicht, und auch nach neuen Investoren suchen."
Erste Stellungnahme der Geschäftsführung
Er sei von der Situation völlig überrascht worden, erklärte Geschäftsführer Alexander Burkhardt nach der Betriebsversammlung am Dienstag. Die Kreditlinie des Unternehmens sei durch die Banken nach Aussage Burkhardts auf Grund einer zunächst fehlerhaften, dann aber korrigierten Liquiditätsberechnung sistiert (gedeckelt) worden. Auch wurden keine neuen Bürgschaften für Kundenanzahlungen ausgereicht.
Frist war nicht einzuhalten
Das von den Banken geforderte Gutachten über die Liquiditätssituation des Unternehmens habe keine Unterdeckung bis KW 05/2012 gezeigt. Dennoch wurde ein Investor verlangt. Mit der LENS AG habe man einen Investor mit Kapitalbeteiligung angeboten. Jedoch seien von den Banken zeitliche Bedingungen formuliert worden, die innerhalb der gesetzlichen Frist nicht einzuhalten waren. Dies sei allen Beteiligten wohl bewusst gewesen.
Auftragsbestand bis Mai gesichert
Der Auftragsbestand des Unternehmens sei im Bereich Maschinenbau mit einem Volumen von 16,8 Mio. € bis Mai des kommenden Jahres gesichert. Allein im September und Oktober seien bei Burkhardt Auftragseingänge im Wert von 7 Mio. € verbucht worden. "Ich gehe von sehr guten Chancen für das Fortbestehen des Betriebes aus", betonte Alexander Burkhardt. Mit einem möglichen weiteren Investor sei bereits gesprochen worden.
Informationen zum Unternehmen
Die Firma Burkhardt mit Sitz in der Rathenaustraße 47 und Produktionsstätten in der Justus-Liebig-Straße (Produktionsstätte für Grau- und Kugelgrafitguss) sowie der Pottensteiner Straße (Schleifkörperlager) zählt mit ihrer 150-jährigen Geschichte am Standort zu den Traditionsunternehmen in Bayreuth.
Im Jahr 1861 ist das bis heute im Familienbesitz befindliche Unternehmen gegründet worden und ist heute in drei Fertigungsfeldern tätig: Maschinen für Steinbearbeitung, für die Stanz- und Umformtechnik sowie die Produktion von Gussteilen für namhafte Industrieunternehmen.
Die Burkhardt Gruppe ist weltweit im Bereich des Maschinenund Anlagebau tätig und pflegt auch seit langem enge Kontakte zu technischen Universitäten und Hochschulen im Bereich der Entwicklung. In Indien (Bangalore) unterhält die Burkhardt GmbH ein Tochterunternehmen.
(Erschienen am 25.11.2011)



