Bundesverband weist Vorwürfe zurück
In einer Pressemitteilung bezeichnet der Bundesverband Deutscher Steinmetze Äußerungen des ehemaligen Arbeitsministers Norbert Blüm als Verunglimpfung seiner Branche. Im Zusammenhang mit dem Thema Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen habe es Blüm in der Osnabrücker Zeitung vom 12. Juni als "grenzenlosen Sauerei" bezeichnet, "in dieser Wohlstandsgesellschaft Grabsteine zu verwenden, die mit dem Blut von Kinderhänden befleckt sind".
Nach Auffassung des Steinmetzverbandes wird damit suggeriert, Steinmetzen nähmen um des Profites willen billigend in Kauf, bei der Erstellung von Grabmalen Steinmaterial zu verwenden, das aus Kinderarbeit stammt. Der Bundesverband betont in seiner Pressemitteilung, dass man jede Form ausbeuterischer Kinderarbeit kategorisch ablehne und seine Betriebe sogar zu einem Boykott importierter Steine aufgerufen habe.
"Kinderarbeit kann nicht wirksam durch kleinteilige Privataktionen bekämpft werden", so BIM Martin Schwieren. Es komme entscheidend darauf an,
den Kindern in den Entwicklungsländern Ausbildung und Perspektive zu vermitteln und die Armutsbekämpfung voranzutreiben. Völlig abwegig sei es, eine kleine mittelständische Gruppe wie die Steinmetzen zum Prügelknaben für Missstände zu machen, die ihre Ursache weitab jeglicher Einwirkungsmöglichkeit der Branche hätten. "Von Herrn Blüm sind wir umso enttäuschter, als wir uns vor Jahresfrist noch auf einen fairen und redlichen Umgang miteinander verständigt hatten", so Schwieren.
Blühm ist Vorsitzender des Vereins Xertifix, der sich u.a. für die die Einführung von Herkunftsnachweisen für in Indien gefertigte Grabsteine einsetzt. In der Antwort auf eine vom Steinmetzhandwerk initiierte "Kleine Anfrage" an den Deutschen Bundestag hatte die Regierung laut Bundesverband Deutscher Steinmetze bestätigt, dass es zurzeit kein verlässliches nachhaltiges Zertifizierungssystem für nach Deutschland exportierte halbfertige und fertige Natursteinprodukte gebe.



