Büste für den Märchenkönig
Am 13. Juni jährte sich der Todestag des bayrischen Märchenkönigs Ludwig II zum 123. Mal. Die sog. Guglmänner, ein königstreuer Geheimbund der mit der gleichklingenden Suchmaschine nichts zu tun hat, forderte anlässlich des Jubiläums, eine Büste des "Kini" in die Ruhmeshalle an der Münchner Teresienwiese aufzunehmen. Dort erinnern zahlreiche Marmorbüsten an berühmte Personen aus dem Freistaat. "König Ludwig ist eine der Persönlichkeiten, die am meisten für Ruhm und Ehre Bayerns getan haben", so ein Sprecher des stets anonym auftretenden Geheimbunds, der nach eigenen Angaben bereits den Künstler Klaus Vriesländer mit der Fertigung einer Marmorbüste im Wert 20.000 € beauftragt hat. Finanziert werden soll sie durch Spenden.
Ob Ludwigs Abbild wirklich in die Ruhmeshalle aufgenommen wird, ist jedoch fraglich. Wer dort geehrt wird, entscheidet der bayrische Ministerrat nach dem Votum einer Expertenkommission. Zuletzt wurden im April u.a. Abbilder von Bertholt Brecht und Carl Orff enthüllt. "Ich rechne mit erheblichem Widerstand gegen unsere Forderung", prognostiziert der Sprecher der Guglmänner. "Die offiziellen Stellen versuchen alles, um zu unterbinden, dass König Ludwig wieder ins Bewusstsein gerufen wird". Das Haus Wittelsbach, aus dem Ludwig stammt, versuche systematisch, das Thema totzuschweigen.
Der Geheimbund der Guglmänner hat die offizielle Version nie akzeptiert, wonach Ludwig am 13. Juni 1886 im Starnberger See Selbstmord begangen haben soll. Er geht bis heute von einem Mord aus und fordert u.a. eine Exhumierung und Autopsie der Monarchenleiche.
Sebastian Hemmer




