Post vom BIM

Zum Thema "Wiedereintritt in den BIV" richtete Bundesinnungsmeister Gustav Treulieb folgenden offenen Brief an den Landesinnungsverband Hessen:
Lieber Holger Rode, liebe Kollegen des LIV Hessen,
direkt nach meiner Wahl zum Bundesinnungsmeister habe ich euch eingeladen, wieder Mitglied im Bundesinnungsverband zu werden. Im BIV, dem Berufsverband unseres Handwerks, könnt ihr eure Anliegen vorbringen, die Arbeit des Verbands mit gestalten und mitwirken bei der Neugestaltung des Verbands.
Bedauerlicherweise habt ihr diesen Schritt nicht gemacht. Ich schreibe diesen offenen Brief, um den Standpunkt des BIV klar zu machen und die Auswirkungen der Nichtorganisation im Bundesverband aufzuzeigen. Sicher gab es in der Vergangenheit Missverständnisse und Defizite in der Kommunikation, aber die gibt es in jedem Gremium, in dem Menschen mit unterschiedlichen Anliegen und Interessen aufeinander treffen. Einseitige Schuldzuweisungen bringen uns nicht weiter. Es gilt jedoch, dass in Organisationen mit einer demokratischen Struktur Mehrheitsentscheidungen akzeptiert werden müssen. Diese Entscheidungen sollte man mitgestalten; man sollte Vorschläge machen und diskutieren, auch mal streiten.
Nur unter dem Dach des BIV ist es möglich, für alle Mitglieder etwas zu erreichen! Sich hier nicht zu beteiligen, bedeutet für mich, sich seiner Verantwortung für unser Handwerk zu entziehen und seine Zukunftsfähigkeit auf das Spiel zu setzen. Nur ein starker, geschlossener Verband ist in der Lage, Anliegen durchzusetzen und damit den Bestand des Handwerks zu sichern.
Die Erfüllung von Forderungen, wie sie vom Vorstand des LIV Hessen gestellt werden, kann nicht Bedingung für den Wiedereintritt in den BIV sein. Es handelt sich im Wesentlichen um radikale Forderungen, die keine Umsetzungschance haben, da jeweils, über Institutionen, Verbände oder Wirtschaftsgruppen hinweg, gegen jede rechtliche Grundlage vorzugehen wäre.
Auch hier gilt: Ziele zu formulieren und deren Umsetzung anzugehen ist natürlich Aufgabe des Verbands und seiner Mitglieder, und diese – und eben nur diese – sollten die Möglichkeit haben, im demokratischen Prozess die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.
Ich bedauere es sehr, dass die Hürden, die ihr mit euren Forderungen aufgebaut habt, so hoch sind, dass es unmöglich scheint, in Zukunft einen gemeinsamen Weg zu gehen. Im Interesse von uns allen wünsche ich mir, dass es euch gelingt, diese Hürden abzubauen und eure Vorbehalte gegen den BIV zu überwinden. Wir reichen den Hessen nach wie vor gerne die Hand.
Gustav Treulieb,
Bundesinnungsmeister



