Dr. phil. Hans-Kurt Boehlke ist tot

Die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal und das Steinmetzhandwerk trauern um einen bedeutenden Impulsgeber. Am Freitag, 29. Januar, starb Dr. Hans-Kurt Boehlke. Vier Tage zuvor war er 85 Jahre alt geworden.

Hans-Kurt Boehlke, am 25. Januar 1925 in Kassel geboren, ging schon als 17-Jähriger zur Kriegsmarine, wurde Seeoffizier und U-Boot-Fahrer. Nach dem Krieg studierte er zunächst Architektur, wechselte dann aber zur Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie sowie Vor- und Frühgeschichte und promovierte mit einer Arbeit über den Kasseler Baumeister Simon Louis du Ry.

Ab 1954 bei der AFD
1954 wurde Hans-Kurt Boehlke hauptamtlicher Mitarbeiter der 1951 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal (AFD). Er betrat damit einen eher vernachlässigten Kulturbereich, den er sich mit unermüdlichem Engagement zu eigen machte. Die von ihm schon 1954 erarbeitete Schrift "Die Verwendung des hochglanzpolierten schwedischen schwarzen Granitgesteins auf den Friedhöfen" konnte letztlich die Verbreitung der "polierten Affen" zwar nicht aufhalten, steht aber schon zu Beginn seiner AFD-Laufbahn für die bemerkenswerte Charaktereigenschaft, eine als richtig erkannte Ansicht auch dann beharrlich zu vertreten, wenn sie scheinbar quer zum herrschenden Zeitgeist liegt. Unter den gestalterisch ambitionierten Steinmetzen und insbesondere im Gestaltungskreis des LIV Bayern fand er begeisterte Anhänger und Schüler.

1956 gründete Boehlke die Zeitschrift "Friedhof und Denkmal", konzipiert als pädagogische Handreichung für Hinterbliebene. Die folgenden Jahre waren geprägt von intensiver Aufbauarbeit, die er seit 1960 als geschäftsführendes Vorstandsmitglied leistete. Vorträge im In- und Ausland (lange Zeit auch auf dem Gebiet der DDR) waren zu halten, Medien zu informieren, Politiker zu überzeugen, Gutachten und Mus­tersatzungen zu erstellen. Friedhofsträger wurden beraten, (Foto-)Wanderschauen konzipiert, Publikationen geschrieben.

Diese Vielzahl von Aufgaben war von einer Person allein nicht zu bewältigen, deshalb musste die Geschäftsstelle ausgebaut und personell erweitert, die dafür nötigen Mittel bei den Geldgebern erkämpft werden. Eine Bibliothek und ein Fotoarchiv wurden zusammengetragen. 1965 erstellte Hans-Kurt Boehlke zusammen mit Stephan Hirzel die "Denkschrift über die Errichtung eines Zentralinstituts für Friedhof und Grabmal". Damit klang erstmals ein Thema an, das ab den siebziger Jahren zunehmend Gewicht erhielt und 1992 schließlich mit der Eröffnung des Museums für Sepulkralkultur seinen ein­drücklichen Höhepunkt erfuhr.

1967 wurde die AFD auf Betreiben von Hans-Kurt Boehlke Gründungsmitglied des Arbeitskreises selbständiger Kultur-Institute e.V. (AsKI). 1984 erfolgte die Gründung der in der AFD-Satzung verankerten "Stiftung Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur".

Die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal ist ohne Hans-Kurt Boehlke nicht zu denken und wird sich seiner in großer Dankbarkeit erinnern.

Redaktion, unter Verwendung
eines Texts der AFD
(Erschienen am 18.2.2010)

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