BIV und XertifiX im Gespräch

Am 06. Oktober traf sich der Vorstand des Vereins Xertifix mit dem Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Steinmetze (BIV) zum Thema "Kinderarbeit im Natursteinsektor" in Berlin. Der Anstoß zu diesem Treffen hatte Andreas Steppuhn, Mitglied des Bundesvorstands der
Industriegewerkschaft Bauen - Agrar - Umwelt, im Gespräch mit BIM Gustav Treulieb im Juli dieses Jahres gegeben.

An dem Treffen nahmen Gustav Treulieb und Mando Kramer, Dr. Norbert Blüm, Prof. Josef Sayer, Andreas Steppuhn, Jendrik Scholz und Dr. Walter Schmidt teil. Zwischen den Vertretern von BIV und Xertifix herrschte Einigkeit darüber, dass Kinderarbeit im Natursteinsektor verurteilt und verhindert werden muss. Der BIV stimmt mit Xertifix darin überein, dass der Import von Natursteinen aus Ländern wie z. B. Indien, in denen Kinderarbeit vorkommt, unter besonderer Kontrolle stehen muss.

Folglich müsse erreicht werden, dass möglichst viele der aus Indien oder anderen Ländern mit Kinderarbeit nach Deutschland importierten Natursteine durch ein transparentes und glaubwürdiges Verfahren zertifiziert werden, um Gewinnung und Produktion ohne Kinderarbeit zu gewährleisten. Xertifix als einer der ersten deutschen Anbieter von Zertifizierungen im Natursteinsektor hat mittlerweile Konkurrenz bekommen. So muss sich ein Abnehmer von Importware zwischen mehreren Siegel- bzw. Zertifikat-Initiativen entscheiden.

Dies erschwert es dem Handwerk aber auch dem Endverbraucher, den Überblick zu behalten und damit letztendlich auch Kinderarbeit zu vermeiden. Deshalb sollen alle Siegel-/Zertifikatanbieter eingeladen werden, um eine Zusammenarbeit im Sinne der Sache zu erreichen. Zu diesem Zweck wollen BIV und Xertifix eine gemeinsame Arbeitsgruppe einrichten. Auf lange Sicht wird ein Verfahren angestrebt, das europaweite Standards beachtet und an dem sich alle Initiativen beteiligen können.

(Erschienen am 22.10.1010)