"Beutekunst" aus Franken
Ob es um den Krümmungswinkel von Gurken oder um mögliche Unfälle durch Schnullerketten geht – Politiker müssen sich immer wieder auch mit kuriosen Themen beschäftigen. Der Hochschulausschuss des Bayerischen Landtags debattierte Anfang Juli über eine Petition des Fränkischen Bundes, die die Rückgabe fränkischer "Beutekunst" fordert, die sich in Münchner Museen befindet. Betroffen sind u.a. der Bamberger Domschatz, Dürers "Vier Apostel" und den Altar der Hofer Stadtkirche. Die Stücke waren 1802 im Zuge der Säkularisation nach München geschafft worden.
Die Forderung nach Restitution wurde erstmal abgelehnt. Der Grünen-Abgeordnete Sepp Dürr betonte in der Debatte, dass der Begriff "Beutekunst" im Zusammenhang mit Franken völlig Verquer sei. "Wo hört das auf? Dann könnten wir auch die Splitter vom Kreuz Jesu nach Palästina zurückgeben", wird er u.a. in der Online-Ausgabe der Nürnberger Zeitung zitiert.
Trotz allem soll das bayrische Wissenschaftsministerium eine Liste mit fränkischen Kunstschätzen erstellen, um mögliche Rückgabeoptionen zu prüfen.
Sebastian Hemmer




