Ausruhen in Aldersbach
Parkbänke müssen nicht langweilig sein, auch wenn die meisten Städte und Gemeinden gerne auf pflegeleichtes Einheitsgrau und industrielles genormte Formen setzen. Pflegeleicht und – zugegeben meist auch grau, da aus Granit gehauen – dafür jedoch außergewöhnlich gestaltet sind hingegen die Ruhezonen, die anlässlich eines Bildhauer-Symposium vor anderthalb Jahren in Aldersbach entstanden sind.
Die Geschichte des niederbayerischen Ortes Aldersbach ist geprägt vom jahrelangen Wirken der Zisterzienser. Als Touristenattraktion gelten das Kloster sowie die Brauerei mit ihrem Bräustüberl. Mit der jüngsten Neugestaltung des Klostergartens wurde vom Landschaftsarchitekten Helmut Wartner die Idee geboren, einen Sitzsteine für vorbeiziehende Pilger auf dem VIA-NOVA Pilgerweg zu errichten. Der Juli 2004 neu geschaffener europäischer Pilgerweg hat kein festgelegtes Ziel, sondern verfügt über zwei Hauptstränge die gemeinsam mit einigen Nebenwegen quer durch Niederbayern und Oberösterreich führen.
Der Sitzstein in Alderbach sollte einerseits zum Ausruhen dienen, andererseits ein Ort der Einkehr sein. Doch es entstand mehr als nur eine Sitzgelegenheit. Mit dem Vorsitzenden des Berufsverbandes Bildender Künstler, Hubert Huber, wurde das 1. Aldersbacher Sitzstein-Symposium ins Leben gerufen. Die Ergebnisse der einwöchigen Arbeit der aus Deutschland und dem Nachbarland Österreich stammenden Künstlerinnen und Künstler - Rudolf Böhmer, Hubert Glaser, Michael Hahn, Michael Lauss, Reinhard Mader, Peter Neuberger, Natascha Stattmann, Hendrik Wiethase und Christian Zeitler - können seit Februar 2010 bis Ende des Jahres in Aldersbach zwischen Rathaus und Kirche besichtigt werden. Und wenn es wärmer wird, laden sie die vielen Besucher Aldersbachs zum Verweilen ein.
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(Erschienen am 23.4.2010)

- "Lingua", Granit (210 x 102 x 93 cm) von Michael Lauss, Linz. Foto: K. Eberhardt



