Aus was der Steinmetz achten muss
Der LIV Westfalen-Lippe veranstaltete am 25. Januar in Münster das 13. Bautechnische Seminar mit 60 Teilnehmern, organisiert und moderiert von Dipl.-Ing. Harald Zahn, OM der Innung Gelsenkirchen und Vest Recklinghausen.
Über Außentreppen und ein neues Merkblatt referierte Hans W. Ramrath, Sachverständiger und Inhaber eines Steinmetz- und eines Fliesenlegerbetriebes. Das Thema thermische Beanspruchung von Naturwerkstein spielte im Referat von Herbert Fahrenkrog von der Magna-Natursteine GmbH eine Rolle im Hinblick auf dadurch verursachte Schäden, z.B. bei Abdeckplatten unter Wärmelampen im Gastronomiebereich.
Auf die Anwendung von Naturwerkstein im Bad- und Wellnessbereich ging Dipl.-Ing. Mario Sommer, Leiter der Anwendungstechnik der Firma Sopro, ein. Dickbettmörtelverlegung habe im Badbereich nichts zu suchen, so Sommer. Ausführlich behandelte er das Thema Abdichtung im Badbereich und wies auf neue Regelwerke und Merkblätter hin. Er riet, die Arbeiten sensibel auszuführen, denn Wasser suche sich seinen Weg. Silikonfugen seien keine Abdichtungen, erst recht nicht Sanitär-Silikon beim Einsatz von Naturwerkstein.
Über Probleme bei Küchenarbeitsplatten mit resinierter Oberfläche berichtete der Leiter der Anwendungstechnik der Firma Lithofin, Dipl.-Chem. Andreas Schmeizl. Bei der Imprägnierung seien die Kanten der Ausschnitte und Teile der Unterseite nicht zu vergessen, um Fleckenbildung zu vermeiden. Ursachen von Schäden durch Verschmutzung der Arbeitsplatten seien häufig warmes bzw. heißes Öl und Fett sowie die Verwendung von Spülmitteln und Backofenreinigern bei der Reinigung.
Schimmel, wie er auftritt und welche bauliche Situationen ihn fördern, war Thema von Rainer Reichelt, technischer Leiter der Firma Schlüter Systems KG und Sachverständiger im Fliesenlegerhandwerk. Eine hohe Luftfeuchtigkeit, Temperaturen bis 45 Grad und ein gutes Sauerstoffangebot förderten die Schimmelpilzbildung. Nährstoffe seien Wandputze, Mörtel, Fliesenkleber, Kunststoffe, Weichmacher und Silikone aller Art. In diesem Bereich gebe es einen riesigen Sanierungsbedarf von geschätzten 20 Millionen Wohnhäusern.
Neues aus dem Baurecht hatte Uwe Liebheit, Vorsitzender Richter beim Oberlandesgericht a.D., zu vermelden. Der Steinmetz hafte, wenn das Werk nicht funktionstauglich sei. Dazu gehöre auch das Aussehen, wenn z.B. durch Marmor und Granit eine bessere optische Darstellung angestrebt werde. Das nächste Bautechnische Seminar veranstaltet der LIV Westfalen-Lippe am 30. Januar 2013 wieder in Münster. Es ist wieder auf 60 Teilnehmer begrenzt.
Dipl.-Ing. Harald Zahn
(6.2.2012)



