Der "King of Stone"

Seinen 60. Geburtstag feierte LIM Bernhard Anlauff.
Seinen 60. Geburtstag feierte LIM Bernhard Anlauff.
Die Auszeichnung zum "King of Stone"
Die Auszeichnung zum "King of Stone"

Einer der profiliertesten und inzwischen am längsten amtierenden Innungsaktivisten der deutschen Steinmetzzunft vollendete am 14. August das sechzigste Lebensjahr: Brandenburgs LIM Bernhard Anlauff.
In gewohnt jugendlicher Frische empfing er dazu in seiner Werkstatt in Elsterwerda ca. 130 Gratulanten. Darunter auch der mittlerweile ausgeschiedene GF des Bundesverbands der Steinmetze, Wolfgang Simon. Es war sein letzter offizieller Auftritt.

Unter allen Ehrungen, die der Jubilar erhielt, befand sich auch eine Auszeichnung, die der LIV Brandenburg extra für seinen Spitzenmann kreiert hatte: Mit einem gezeichneten Tor aus drei Megalithen, das an die berühmte Stonehenge-Anlage in England erinnert, dankte der Verband Anlauff für seine langjährige und oft aufopferungsvoll-zermürbende Arbeit und kürte ihn zum "King of Stone".

Anlauff hatte 1990 die Führung des erst wenige Wochen zuvor neu gegründeten LIV übernommen, 2010 führt er das Amt bereits zwei Jahrzehnte. So erwägt er nun, den Staffelstab an einen Jüngeren weiterzureichen. Denn auch auf Bundesebene engagiert sich Anlauff schon lange in verschiedenen Gremien des Steinmetzhandwerks. Außerdem ist er als vereidigter Gutachter vor Ge­richt tätig. Mitte September überreichte ihm Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck hierfür die Goldene Ehrennadel des Handwerks.

Bundesweit aktiv
Seit 1975 führt Bernhard Anlauff den Familienbetrieb, die Anlauff Steinmetz GmbH, den sein Vater Otto 1947 in Bad Liebenwerda gegründet hatte. Seinen Meisterbrief erwarb er 1973 an der Sächsischen Steinmetzschule in Demitz-Thumitz. Noch zu DDR-Zeiten erweiterte er ihn mehrmals. Nach der Einheit war das Unternehmen dann bundesweit aktiv – von der Ostsee bis zum Bodensee.

Der Schwerpunkt der Anlauff Steinmetz GmbH, die heute auf dem 1998 neu entstandenen Firmengelände in Elsterwerda tätig ist, liegt traditionell in den Bereichen Bau und Restaurierung. Im Grabmalbereich fertigt man zu über 90 % individuell gestaltete Steine.
Gern verweist Anlauff auf die hohe Qualität seiner derzeit acht Mitarbeiter. Seine Mannschaft hat der Unternehmer durchweg selbst ausgebildet. Schon in der DDR, als der Staat noch dem Handwerk die Lehrlinge anhand strenger Bilanzen zuteilte, brachte er drei junge Steinmetzen erfolgreich zum Abschluss. Nach der Wende gingen dann gut 30 Lehrlinge durch seine Schule und erhielten eine vielseitige Ausbildung.

Anlauffs Tochter Beatrice ist auch Steinmetz- und Steinbildhauermeisterin sowie Steintechnikerin. Nach Jahren in der väterlichen Firma arbeitete sie als Technische Beraterin in der Geschäftsstelle des BIV und ging dann auf Wanderschaft. Heute lebt sie als freie Gestalterin in Hessen.  
   
Harald Lachmann

Erschienen am 21.09.2009

 

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