Tagung über barrierefreies Wohnen

"Barrierefrei im privaten Wohnungsbau" lautete der Titel einer Tagung auf Schloss Raesfeld. Die teilnehmenden Experten waren sich einig, dass barrierefreies Wohnen mehr ist als das umgebaute Badezimmer mit bodengleicher Dusche oder der Treppenlift. Ihrer Ansicht nach handelt es sich um ein Thema, das Menschen in allen Lebensphasen beschäftigt. Mit baulichen Hindernissen hätten Eltern mit Kinderwägen genauso zu kämpfen wie Behinderte oder ältere Menschen mit körperlichen Einschränkungen.

Im Bereich Bauen und Wohnen erfordere die demografische Entwicklung eine Wohnanpassung. Ergebnisse von Umfragen würden zeigen, dass viele ältere Menschen so lange wie möglich in den "eigenen vier Wänden" leben möchten. "Viele Menschen denken aber erst mit dem Eintritt in den Ruhestand darüber nach, wie sie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten leben wollen," so Werner Hagemann, Meister im Fliesen-, Platten- und Mosaikleger-Handwerk. Sein Rat: "Schon früher mit solchen Überlegungen beginnen." Auch dann, wenn man das Wort "Alter" noch nicht so gern höre. 

In Deutschland gehören nach Angaben der Experten etwa 30 Millionen Menschen zur "Generation 50 plus". Von diesen würden rund zehn Millionen in den nächsten drei bis vier Jahren kleine oder größere Renovierungs- oder komplette Umbauarbeiten planen. Ein großer Teil von ihnen verfüge über überdurchschnittliche Kaufkraft, ehohen Ersatzbedarf und sehr stark ausgeprägte Konsumbereitschaft, betonte Dieter Soth. Der Projektleiter der Firma "Leben ohne Barrieren" sieht deshalb einen "gewaltigen Markt" vor allem für das Handwerk: "Die 'neuen Alten' belohnen sich heute mehr als vorhergehende Generationen für ihre Lebensleistung" und seien bereit, dafür auch viel Geld auszugeben. Deshalb müsse die Modernisierung des Hauses oder der Wohnung komfortabel sein und alle potenziellen "Gefahrenstellen" entfernen. Komfort und Sicherheit als Synonym für Barrierefreiheit.

Mit zunehmendem Alter der Kunden wächst nach Ansicht der Experten auch deren Wunsch nach Komplettleistungen und damit nach Beratung aus einer Hand. Eine fachkompetente Beratung könne dabei sogar über das eigentliche Anliegen hinausgehen. Wer zum Beispiel nur das Badezimmer sanieren möchte, der freue sich letztendlich darüber, wenn der Fachberater auch eine Lösung für die Renovierung anderer Bereiche der Wohnung ausarbeite. Gerade ältere Menschen wollten sich nicht um mehrere Handwerker kümmern und dann auch noch Termine abstimmen, das ist Diether Soths Erfahrung. Gewünscht werde ein Gesprächspartner, der sich zum Beispiel bei der Renovierung einer Wohnung um alle notwendigen Gewerke und deren reibungslose Zusammenarbeit koordiniere. Das Bau- und Ausbauhandwerk könne dieses Marktsegment noch viel mehr nutzen. Soth ist davon überzeugt: "Barrierefreies Bauen und Renovieren geht nur Gewerke übergreifend."

Und wann sollte gebaut umgebaut werden? Für Roland Willems ist die Antwort ganz einfach. "Jetzt", sagte der Handwerksmeister bei der Tagung in Raesfeld und fügt hinzu: "Solange man noch jung ist." Auf jeden Fall soll aber gelten: "Wer heute baut, der sollte barrierefrei bauen."

Die Tagung in Raesfeld war Auftakt zu einer Reihe, die sich mit dem Themenfeld "Barrierefreiheit" beschäftigt.

www.akademie-des-handwerks.de

(12.2.2018)

(12.2.2018)


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