Seebestattungen: Schwieriges Gedenken

Auch bei anonymen Bestattungen gibt es ein Bedürfnis nach einem Ort des Gedenkens. Vielerorts haben Friedhofsträger auf die Wünsche Hinterbliebener reagiert und anonyme Gräberfelder mit Ablegemöglichkeiten für Blumen und Grablichter ausgestattet. Wie stark der Wunsch nach einem Ort der Trauer und des Gedenkens sein kann, zeigt sich auch in der Ostseegemeinde Strande bei Kiel. Etwa 1.000 Seebestattete finden hier am Beginn der Kieler Förde jährlich ihre letzte Ruhe. Am Strand trifft man vereinzelt auf Blumen und Kerzen. An einem Holzgeländer am Uferweg haben Angehörige Gendenkplaketten aus Metall mit Namen, Geburts- und Todestag von rund einem Dutzend Seebestatteter befestigt.

Aber nicht bei allen Spaziergängern, Erholungssuchenden, Freizeitsportlern und Ferien­gästen kommt diese Art des Gedenkens gut an. Nach Beschwerden hat die Gemeinde das Anbringen der Plaketten inzwischen untersagt. Ein Schild weist vor Ort darauf hin: "Bitte keine Gedenkmarken anbringen! Diese werden kostenpflichtig entfernt. Der Bürgermeister." Der Wunsch der Angehörigen nach einem Gedenkort stößt bei der Gemeinde aber auf Verständnis. Inzwischen wird in Strande darüber diskutiert, eine Gedenkstätte für Seebestattete einzurichten.

(6.2.2018)

Autor/in: Christiane Weishaupt


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