Sachverständigentage in Fulda

Mit 230 Zuhörern war das Sachverständigenseminar in Fulda gut besucht.

230 Personen nahmen an den 14. Sachverständigentagen am 6. und 7. November 2012 in Fulda teil. Erstmals wurde die Tagung mit einer Ausstellung verschiedener Hersteller kombiniert.

Reinigungsprobleme mit Fliesen und Naturstein waren Thema von Cornel Klaßen, Gebäudereinigungsmeister aus Münster. Klaßen wies auf einen Wirkungsmechanismus hin, bei dem sich die Faktoren Chemie, Mechanik, Temperatur und Zeit gegenseitig bedingen. Ihm zufolge bringt heißes Wasser alleine keine Reinigungswirkung, und Essigreiniger gehört nicht in den Sanitärbereich. Pads würden dagegen  gute Reinigungsergebnisse erzielen, ebenso die Eisstrahlreinigung.

Über Bauweisen von Außenstufen referierte Fliesenlegermeis­ter Wolfgang Kuhn aus Tholey. Er stellte eine Methode vor, mit der er seit Jahren gute Erfolge hat: Stufen nass machen, Schlämmen dicht aufbringen, Mörtel nass in nass einbringen und sich anschließend zur Verdichtung auf die frisch verlegte Stufe stellen.

Langzeittest im Schwimmbad
Dr. Philipp Rück aus dem schweizerischen Schinznach-Dorf informeirte über die Beständigkeit von Naturstein im Schwimmbad im Langzeittest. Weil Prüfinstitute keine Aussage über die langfristige Eignung von Naturwerksteinen in Schwimmbädern machen könnten, seien verschiedene Steine 14 Monate lang im Wasser eines Schwimmbads eingelagert worden. Den Test unbeschadet überstanden hätten Hartgesteine wie Norite oder Granite wie Virginia Mist. Ebenfalls gut bewährt hätten sich Quarzite wie Alta oder Opptal und Trentiner Porphyr. Die Empfehlung gehe dahin, nur dichtes Gestein im Schwimmbadbau zu verwenden. Vermieden werden sollten Gneise, Schiefer und Kalksteine, calcitische Marmore, Gesteine mit tonigen und mergligen Einlagerungen sowie Gesteine, die zu starken Verfärbungen neigen. Im Zweifel empfehle sich ein Test von sechs Monaten im Wasser.

Die Geologin Karin Kirchner aus Moers referierte über die Rolle der Zusammensetzung und Eigenschaften von Natursteinen bei der Verlegung. Unkenntnis über Gesteine sei häufig die Ursachen von Schadensfällen.
Schadensfälle vor Gericht schilderten die Fliesenleger­meis­ter Markus Ramrath und Georg Bösl. Der pensionierte Richter Uwe Liebheit bewertete diese dann nach seiner Einschätzung. Zum Abschluss der Tagung präsentierte H. W. Ramrath wieder zehn Praxisbeispiele mit Schadensfällen aus seiner Tätigkeit als Sachverständiger, die besprochen und von den Teilnehmern bewertet wurden.
Dipl.-Ing. Harald Zahn

(11.12.2012)