Karl Oppenrieder verstorben

Karl Oppenrieder (Foto: Privat)

Der Münchener Steinmetz und Bildhauer Karl Anton Josef Oppenrieder, geboren am 13. März 1923, starb am 20. Februar in München. Er wurde v.a. durch seine Lehrtätigkeit an der Münchener Meisterschule für Steinmetze und Bildhauer bekannt (1967 bis 1989). Sein humorvolles Wohlwollen blieb Vielen durch den Spruch "Do ko ma no wos draus macha" in guter Erinnerung. Es war ihm ein Herzensanliegen, seinen Schülern
Regeln, Sinn und Wert einer guten Gestaltung und den Zugang zu ihrer eigenen Kreativität zu vermitteln.

Karl Oppenrieders Ausbildung zum Steinmetz und Bildhauer begann mit 14 Jahren im väterlichen Betrieb. Sie wurde durch Bildhauertageskurse bei Prof. Lommel und der Mitarbeit an Großplastiken bei der Firma Knaus
erweitert. Kurz nach der Lehre starb Oppenrieders Vater 1940 und so führte der junge Steinmetz das Geschäft mit seiner Mutter weiter. Mit 19 Jahren wurde er von der Wehrmacht eingezogen und vor Stalingrad verwundet. Noch während seiner Lazarettzeit bildete er sich bildhauerisch bei Daniel Greiner in Jugenheim weiter. 1944 aus der Wehrmacht entlassen wurde sein Betrieb durch alliierte Bomben zerstört. Noch vor Kriegsende begann er an der Münchener Akademie bei Prof. Anton Hiller das Studium der Bildhauerei, das er als Meisterschüler mit dem Diplom abschloss. Sein Lehrer vermittelte ihm das Gefühl für materialgerechte Form und figürliche Statik.

Viele Steinmetze ausgebildet
Karl Oppenrieder heiratete 1956 die Schriftgrafikerin Barbara Herrlen. Das wieder aufgebaute Geschäft am Münchener Nordfriedhof wurde Heimat für seine Familie. Die vier Kinder lernten alle im väterlichen Betrieb Steinmetz- und Steinbildhauer. Ihr Vater wirkte prägend für viele Lehrlinge und Praktikanten. Seine charmante und schalkhafte Art öffnete den Weg für seine kreative Interpretation individueller Gestaltung, die auch Holz, Metall, Keramik und Malerei umfasste. Die zahlreichen entstandenen Grabdenkmäler spiegeln die Persönlichkeit der Verstorbenen wider. Viele öffentliche und private Gedenktafeln, Denkmale und Brunnen
erfreuen sich großer Beliebtheit.

Oppenrieders Einsatz für den Nachwuchs zeigte "gute Wirkung": Sein Sohn Bernhard betreibt als Meister einen Granitsteinbruch, sein Sohn Konrad ist akademischer Bildhauer und führt den Betrieb weiter und seine Tochter Barbara ist selbstständige Steinmetzmeisterin, Bildhauerin und wie ihr Vater Lehrbeauftragte an der Meisterschule.

Die Münchener Steinmetzinnung ehrte Karl Oppenrieder auf seiner Beerdigung mit einer Rede seines ehemaligen
Schülers Erich Wieser. Auf der IGA in Berlin wird dem Bildhauer ein Stein gewidmet.

(20.3.2017)


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